Carl Lutz (1895-1975)
     
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Carl Lutz


Vizekonsul Carl Lutz kam anfang 1942 als Leiter der Schutzmachtabteilung der Schweizerischen Gesandtschaft nach Budapest. Er vertrat die Interessen von zwölf kriegführenden Staaten, darunter auch die der USA und Grossbritanniens. Aus eigener Initiative führte er die grösste aller Judenrettungsaktionen durch und rettete etwa 62'000 Menschenleben. Zuvor, zwischen 1942 und März 1944, ermöglichte er in Zusammenarbeit mit der Jewish Agency of Palestine zehntausend jüdischen Kindern die Ausreise nach Palästina. Die juristische Grundlage dazu bildeten die sogenannten Palästinazertifikate.

Am 19. März 1944, als die Deutschen Ungarn besetzten, verschlimmerte sich die Lage der Juden in Budapest drastisch. Auf Befehl der Besatzungsbehörden wurde die Ausreise für alle Juden gesperrt. Tausende verzweifelter Menschen belagerten von da an täglich das Büro von Carl Lutz. Er wollte, er musste einen Weg finden, ihnen zu helfen.

Am 15. Mai 1944 begannen die Deportationen nach Auschwitz. Die Situation für Juden wurde noch verzweifelter. Lutz stellte den Bedrohten Schutzbriefe aus, um sie vor der Deportation zu retten. Nach zähen Verhandlungen mit den Deutschen und der ungarischen Regierung erwirkte er für weitere 8000 Personen die Auswanderung nach Palästina. Die von den Deutschen bewilligten 8000 "Einheiten" interpretierte er als Familien und erhöhte damit die Zahl auf 40'000. Die zusätzlichen Schutzbriefe, bei deren Ausfertigung er darauf achtete, immer nur von 1 bis 8000 zu numerieren und nie die Zahl 8000 zu überschreiten, waren nicht mehr durch Palästinazertifikate gedeckt. Die Schutzbrief-Inhaber wurden in 76 geschützten Häusern unterbebracht. Carl Lutz kümmerte sich unter grossem persönlichen Einsatz um ihre Sicherheit.

Die offizielle Schweiz nahm von der einmaligen Rettungsaktion kaum Kenntnis. Carl Lutz wurde vorgeworfen, seine Kompetenzen überschritten zu haben. Erst 1995 wurde er rehabilitiert.



 


 

NZZ 30.6.1961 Artikel von Carl Lutz über seine Aktion in Budapest